Brot und Spiele, Schloss Arenfels

Auf den ersten Blick wirkt der Stein wie ein überdimensionaler Notizzettel, der ins Gras gefallen ist. In seine Oberfläche sind in Handschrift drei Worte gemeißelt: „Brot Salz Wein“. Judisch arbeitet seit Jahren mit gefundenen Einkaufszetteln. Er überträgt die flüchtigen Notizen fremder Menschen in Materialien, die für Dauer stehen, etwa handgeknüpfte Wollteppiche oder nun Sandstein.

Der Kunstkritiker Oliver Koerner von Gustorf beschreibt das Werk im Skulptur Triennale Bingen-Katalog, als wäre „eine steinerne Einkaufsliste vom Himmel ins Gras gefallen“. Die Nähe zum Grabstein gebe der Skulptur einen doppelbödigen Ton: Sie erzählt von der Banalität des Alltags und zugleich von Vergänglichkeit und dem Wert des einzelnen Augenblicks.

At first glance, the stone looks like an oversized scrap of paper that has fallen into the grass. Three words—“Bread Salt Wine“—are chiseled into its surface in a handwritten script. For years, Judisch has worked with found shopping lists, transposing the fleeting notes of strangers into materials designed to endure—such as hand-knotted wool carpets, or, in this case, sandstone.

In the Sculpture Triennale Bingen catalog, art critic Oliver Koerner von Gustorf describes the piece as if „a stone shopping list had fallen from the sky into the grass.“ Its resemblance to a gravestone lends the sculpture a dual resonance: it speaks to the banality of everyday life while simultaneously addressing transience and the value of the individual moment.