Kunst für Humanismus/ Art for humanism

„Kunst für Humanismus/ Art for humanism“
vom 03.08.- 08.08.2019 Projekt in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden in der Kunsthalle im Lipsiusbau Dresden

Ein studentisches Projekt der HfBK Dresden plant eine Aktionswoche in der Kunsthalle im Lipsiusbau, in der die bundesweite Vernetzung und Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen, Kunstschaffenden und Kunsthochschulen unter den Gesichtspunkten der Menschenrechte sowie der Kunst- und Meinungsfreiheit verstärkt werden soll.
Die Kunstfreiheit zählt zu den fundamentalen Grundrechten in Deutschland, weswegen die Vergabe von Kultursubventionen an ein komplexes institutionelles System geknüpft ist, das einen unmittelbaren Einfluss staatlicher Organe auf die Kulturlandschaft verhindern soll. Die Neue Rechte macht deutlich, dass sie die „Entsiffung des Kulturbetriebs“1 in Angriff nehmen will und nur noch Kunst und Kultur unterstützt werden soll, die sich Volk und Nation verschreibt.

Für das Projekt werden Beiträge erbeten, die als Symbol für Kunstfreiheit, Menschenrechte und Meinungsfreiheit stehen. Es soll dabei aber nicht vordergründig um die inhaltliche Botschaft des Werkes gehen, sondern vielmehr um die Geste, ein Kunstwerk als Zeichen der Solidarität zu stiften. Die Auswahl des Mediums ist freigestellt, das Werk sollte postalisch gesendet oder persönlich in der Hochschue für Bildende Künste, Brühlsche Terrasse, abgegeben werden. Ebenfalls soll den Kunstschaffenden die Möglichkeit gegeben werden, ihren Beitrag im Lipsiusbau anzufertigen oder an einem der sieben Tage performativ darzustellen. Da es sich um ein studentisch organisiertes Projekt handelt, partizipieren wir alle unentgeltlich – der Lohn ist ein gutes Gewissen.

Die Räumlichkeiten des Lipsiusbaus sollen ein Podium für Vernetzung und Vermittlung bieten. Dabei wird die Kunsthalle nicht einseitig als Ausstellungs- oder Plenarraum Verwendung finden, sondern als offener Ort der Kommunikation zwischen Redner*innen, Künstler*innen und allen Interessierten – der Lipsiusbau wird während der Aktionswoche auch für Besucher*innen geöffnet bleiben. Dieser Grundgedanke von Austausch und Zusammenhalt soll auch im Konzept des Projekts „Kunst für Humanismus/Art for Humanism“ aufgenommen werden: Die künstlerischen Arbeiten werden nicht mehr als separate Individualwerke sichtbar sein, sondern in der Präsentation ihrer Gesamtheit als große Masse ein eindrucksvolles Bild von Solidarität, Teilnahme und Vielfalt entwerfen. Die Namen der Kunstschaffenden, die an der Aktion partizipieren, werden aufgelistet und den Besucher*innen ebenfalls präsentiert.

Nach der Aktionswoche im Lipsiusbau werden die einzelnen Werke nicht zurückgesandt, sondern an diverse Institutionen als ebendiese große Masse weitergeleitet. Wie eine Wanderausstellung wird die dynamische Installation also an denjenigen öffentlichen Einrichtungen zu sehen sein, die sich mit dem Aufruf solidarisieren – seien es Theater, Galerien, Museen oder Offspaces.

Wir rufen zum Zusammenhalt in Kunst und Kultur und gegen völkisch-nationale Strömungen und die Beschneidung von Grundrechten im Sinne demokratischer Werte auf!